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Alarmfahrten Feuerwehr

Im Alarmfall kommt es auf Sekunden an. Die Rettungskräfte müssen sehr schnell zum Zielort gelangen.

Deshalb finden die Einsatzfahrten von Polizei oder Feuerwehr unter Zeitdruck statt - es geht schließlich um Menschenleben.

Liegen auf der Route zwischen der Wache und dem Einsatzort Lichtsignalanlagen oder befindet sich die Rettungs- oder Polizeiwache gar direkt neben einem signalisierten Verkehrsknoten, müssen sich die Einsatzkräfte stets mit Sonderrechten unter Blaulicht und mit Signalhorn gegen die anderen Verkehrsteilnehmer durchsetzen.

Ohne Maßnahmen tritt an Ampeln durch die Fahrten bei gesperrtem Signal (Rot) ein erhöhtes Unfallrisiko auf und es entstehen Behinderungen durch aufgestaute Kraftfahrzeuge.

Um diesen Gefahrensituationen entgegen zu wirken, können an Lichtsignalanlagen Vorrangschaltungen für Einsatzfahrzeuge eingerichtet werden.

Bei Annäherung des Rettungsfahrzeuges an die Ampel meldet sich das Fahrzeug am Steuergerät der Anlage an. Es werden dann schnellstmöglich alle Knotenpunktzufahrten sowie Fußgänger und Radfahrerbeziehungen gesperrt. Die Zufahrt aus der sich das Einsatzfahrzeug nähert, wird auf Grün gesetzt. Nachdem das Rettungsfahrzeug oder mehrere den Knotenpunkt passiert haben, erfolgt die Abmeldung der Einsatzfahrt und der Normalbetrieb kann eingeleitet werden.

Ziel der Vorrangschaltungen ist also, die Einsatzkräfte ohne zeitliche Verzögerungen und mit höchster Sicherheit zum Einsatzort zu führen.

Liegen auf dem Streckenweg mehrere Ampeln und erfolgt an allen die Bevorrechtigung bei Alarmfahrten, wird eine dynamische Grünen Welle für Rettungsfahrzeuge an Lichtsignalanlagen eingerichtet. Man spricht dann auch von einer Feuerwehrstraße.

Vorfahrt für die Feuerwehr!

Vorrangschaltungen für Rettungsfahrzeuge an 2 Feuerwachen und 2 LSA

Schillerstraße in Oer-ErkenschwickLage der Freiwilligen und Berufsfeuerwache in Oer-Erkenschwick I Quelle: Google. / verändert

Projektbeschreibung Oer-Erkenschwick 

Im Zusammenhang mit dem geplanten Neubau einer Feuerwehrhauptwache an der Schillerstraße in Oer-Erkenschwick sollte eine Vorrangschaltung für die Feuerwehr geplant werden. 

In die Planung vom Ingenieurbüro Geiger & Hamburgier einbezogen wurden sowohl die Ausfahrt der neuen Feuerwehrhauptwache an der Schillerstraße, die Ausfahrt der südlich gelegenen Freiwilligen Feuerwehr an der Bachstraße, als auch zwei in unmittelbarer Nähe gelegene Kreuzungsanlagen an der L798. 

Für die Ausfahrten der Feuerwachen wurden neue Lichtsignalanlagen errichtet, bei denen ohne Anforderung der Feuerwehr alle Signalgeber in Dunkelstellung verbleiben. Bei den beiden Kreuzungsanlagen wurden die bestehenden Signalplanungen überarbeitet und um neue Phasen und Phasenübergänge für die Feuerwehr ergänzt. 

Im Fall eines Alarmeinsatzes kann die Feuerwehr nun die Steuerung der Anlagen so beeinflussen, dass eine ungehinderte Ausfahrt der Rettungsfahrzeuge vom Grundstück der jeweiligen Feuerwache bis über die nahegelegenen Kreuzungen hinaus sichergestellt ist. 

Unsere Planung bietet bis zu 10 Einsatzfahrzeugen gleichzeitig bei Alarmfahrten die Möglichkeit, sich per Funk automatisch an- und abzumelden. Zusätzlich gibt es die Möglichkeit einer manuellen Anmeldung per Taster als Rückfallebene.

Unsere Leistungen:

  • Voruntersuchung / Vor-Ort-Besichtigung und Verkehrsbeobachtung
  • Verkehrstechnische Planung für die Signalisierung der Ausfahrten von 2 Feuerwachen
  • Verkehrstechnische Planung für  vollverkehrsabhängige Einzelsteuerungen und verkehrsabhängig koordinierte Steuerungen an 2 angrenzenden LSA
  • Planung einer Vorrangschaltung für alle 4 Lichtsignalanlagen für die Berufsfeuerwehr und die Freiwillige Feuerwehr
  • Abnahmen im Labor der Signalbaufirma
  • Abnahmen vor Ort bei der Inbetriebnahme

Auftraggeber:

Stadt Oer-Erkenschwick
Kontakt: Herr Muschiol

Technische Daten:

  • Anzahl LSA: 4
  • Vorrangschaltung Feuerwehr

Projektzeitraum:

Planung: 2020-2021
Ausführung: 2021-2022

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