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Verbesserung der Verkehrssituation an Bundesstraßen

Grüne Welle – Koordinierung von Lichtsignalanlagen

Eine Grüne Welle wird zumeist bei einem Straßenzug von hintereinander liegenden Ampeln eingerichtet.

Das Ziel ist die Abstimmung der Freigabezeiten einzelner aufeinander folgender Knotenpunkte, so dass die durchgehenden Verkehrsströme den Straßenzug möglichst ohne Halt durchfahren können. Es soll der Verkehrsablauf flüssig gestaltet werden und Schadstoffemissionen möglichst gering gehalten werden.

Um Signalprogramme schalten zu können, die der Belastung gerecht werden, ist es zunächst vonnöten, Verkehrserhebungen durchzuführen. Diese werden heute in der Regel videogestützt abgewickelt und ausgewertet.  

Mit der aktuellen Verkehrsbelastungszahlen an den Knotenpunkten sind dann optimierte Zeit-Weg-Diagramme oder auch Grüne Welle - Bänder zu entwickeln, mit dem Ziel, Verbesserungen für die Verkehrsteilnehmer zu erwirken. Diese Diagramme bilden für die weitere Planung das Grundgerüst der Signalsteuerung.

Generell ist die Konzeption einer Grünen Welle von den Faktoren Zeit, Weg und Geschwindigkeit abhängig.

Der optimale Abstand der Kreuzungen bei einer Geschwindigkeit von 50Km/h und einer Umlaufzeit von 90s beträgt 625m, um für beide Hauptströme eine optimale Koordinierung einrichten zu können. Mit zunehmender Geschwindigkeit und Verkehrsbelastung und der notwendigen höheren Umlaufzeit nimmt auch der optimale Abstand zu. Bei einer zulässigen Geschwindigkeit von 70km/h und einer Umlaufzeit von 120s beträgt der optimale Abstand bereits 1167m. In der Regel sind in der Praxis die Strecken zwischen zwei Kreuzungen ganz anders.

Grüne Wellen werden häufig von den Verkehrsteilnehmer kritisiert. Jeder wünscht sich auf seiner Fahrstrecke bei aufeinanderfolgenden Knotenpunkten jeweils ein grünes Signalbild, wenn er sich dem Signalquerschnitt nähert. Doch man muss dabei wissen und berücksichtigen, dass eine Grüne Welle, wie auch eine einzelne Lichtsignalanlage, immer einen Kompromiss darstellt. Es sind alle Bedarfe der Verkehrsteilnehmer dabei zu berücksichtigen und zwei gegenläufige Grünbänder zu betrachten. Macht man das nicht und betrachtet nur eine Richtung, ist eine tadellose Grüne Welle in eine Richtung kein Problem. Jedoch sind dann alle anderen Verkehrsteilnehmer stark benachteiligt: lange Wartezeiten und unter Umständen große Stausituationen entstehen hier.

Planung von 11 Lichtsignalanlagen entlang der B55 in Meschede

Projektbeschreibung Meschede

In der Ortsdurchfahrt Meschede sollten im Rahmen eines Sofortprogramms zur Verbesserung der Verkehrssituation an Landes- und Bundesstraßen 11 Lichtsignalanlagen entlang der B55 erneuert und die Verkehrsqualität gesteigert werden.

In der ersten Stufe wurde die aktuelle Situation vor Ort aufgenommen und begutachtet.

Zufahrt Lindenstraße in Meschede bei der Ortsbesichtigung 2020Knotenpunkt B55 - Lindenstraße in Meschede

Die Verkehrszählungen lieferten anschließend die Belastungszahlen und damit die Grundlagen der Koordinierungsuntersuchung und der zukünftigen Grünen Welle.

Zur bestmöglichen Gestaltung des Verkehrsflusses innerhalb der Ortsdurchfahrt wurden vom Ingenieurbüro Geiger und Hamburgier 3 Varianten zur Optimierung der Grünen Welle auf der B55 – L740 erarbeitet und mit dem Kunden in einem gemeinsamen Termin erörtert. Dabei wurden Vor- und Nachteile aufgezeigt und Entscheidungskriterien geliefert.

In der nächsten Stufe wurden von uns die Signalplanungen für sämtliche Anlagen erneuert und mit optimierten Steuerungsabläufen ausgestattet.

Einen bedeutenden Anteil bei der Programmierung der Signalplanungen wurde durch die große Anzahl der Busrichtungen an den Verkehrsknoten bei der ÖPNV-Beschleunigung eingenommen, die an den Anlagen ergänzt und verbessert wurden.

Die neu geschaffenen, digitalen, intelligenten, verkehrsabhängigen Signalprogramme wickeln in Zukunft die Verkehrsströme in der Ortsdurchfahrt unter Berücksichtigung hoher Sicherheitsaspekte und den Vorgaben der aktuellen Regelwerke optimal ab.

Unsere Leistungen gemäß der Leistungsphasen der AHO-Schrift Nr. 24

  • Voruntersuchung, Ortsbesichtigung
  • Verkehrszählungen
  • Koordinierungsuntersuchung / Ermittlung der Zeit-Weg-Diagramme (Grüne Welle)
  • Verkehrstechnische Signalplanung für vollverkehrsabhängige Einzelsteuerungen für Schwachlastverkehr und  verkehrsabhängig koordinierte Steuerungen an
    11 LSA zur Abstimmung der Freigabezeiten hintereinander liegender Ampeln im Straßenzug
  • Planung Makrosteuerung zur Auswahl der Signalprogramme
  • Abnahmen im Labor der Signalbaufirma
  • Abnahmen vor Ort bei der Inbetriebnahme
  • Leistungsfähigkeitsnachweise nach HBS 2015 für sämtliche Anlagen

Auftraggeber:

Straßen.NRW. Regionalniederlassung Sauerland-Hochstift (NL Meschede)
Kontakt: Frau Hilmers, Herr Heinemann

Ortsdurchfahrt B55 - L740 in Meschede11 LSA auf der B55 - L740 in Meschede Quelle: Google. / verändert

Technische Daten:

  • Anzahl LSA: 11

Projektzeitraum:

Planung: 2020, Ausführung: 2021-2022

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